Topper Kurzinterview: technischer Berater Kemal Görgülü über die Geschichte des 3D-Films

In der heutigen Ausgabe unserer Topper-Kurzinterviews gibt Kemal Görgülü, einer der technischen Berater von “Topper gibt nicht auf” und Flying Eye Management, einen kurzen Überblick über die geschichtliche Entwicklung des 3D-Kinos.


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Interview mit Kemal Görgülü, technischer Berater des Real-3D-Spielfilms “Topper gibt nicht auf”

“Die historische Entwicklung von 3D im Kino geht erstmals auf die 50er Jahre zurück. Damals wurden, ähnlich wie Heute, Verfahren angewendet, die die beiden Kamerasignale polarisierend wiedergegeben haben. Das Problem damals war, dass man aufgrund der Tatsache, das man mit Film gearbeitet hat und mit mechanischen Projektoren – jeder weiß, wie ein Filmprojektor aussieht; da ist eine Spule, die rattert ziemlich schnell und die muss man ganz genau zu einander ausrichten, man darf möglichst keine Bildstandfehler haben, also Bilder dürfen nicht hin und her wackeln, sie müssen perfekt zu einander passen, auch die Farben, sprich sie müssen identisch sein. All diese Voraussetzungen haben dazu geführt, dass man in den 50er Jahren aufgrund der Technologie noch nicht bereit war wirklich hochqualitativ 3D zu machen. Die Leute haben das auch als Gimmick empfunden, viele sind raus gegangen und hatten Kopfschmerzen, mussten sich erbrechen, hatten Augenschmerzen. Die Filme haben sich natürlich auch abgenutzt und je mehr Kratzer und Spratzer da rein kommen, desto unangenehmer wird es für den Zuschauer und letztendlich ist es in so einer B-Movie-Ecke gelandet, wo dann große Riesenfrauen irgendwelche Männer in den Städten von New York gejagt haben oder sonstige Monster auf der Leinwand herum gehüpft sind. Das hat dazu geführt, dass die Welle in den 50er Jahren, obwohl namenhafte Regisseure wie Alfred Hitchcock auch Filme in 3D gemacht haben – er hat zumindest einen gemacht – ein kurzer Hype war und dann abgeebbt ist. Und dann wurde die Technologie immer wieder aufgegriffen, in den 70er Jahren, als auch in den 80er Jahren. Das Grundproblem, dass man eine nicht geeignete Technologie dafür hat, nämlich analoge Technologien, Filmkopien, Filmprojektoren, fotochemische Prozesse um Filme zu entwickeln, konnte man zwar verbessern, aber nicht wirklich entscheidend verbessern. Erst mit dem Aufkommen und Vorhandensein von digitaler Produktion- und Postproduktionsinfrastruktur und digitaler Projektion, das ist nämlich auch ganz wichtig, ist es erst möglich, 3D-Filme in einer Qualität herzustellen und sie auch Postzuproduzieren, dass sie dem Zuschauer keine Schmerzen verursachen, sondern ihm ein Vergnügen bereiten, weil sie ihm ein neues Filmerlebnis vermitteln. Und man muss auch sagen: Wo früher der 3D-Effekt als Gimmick verwendet worden ist, um dem Zuschauer möglichst viele Steine, Pfeile, Bomben und Frösche entgegen zu werfen, scheint es, dass man sich heute mehr darauf besinnt, den Tiefeneindruck dramaturgisch begründet in der Geschichte einzusetzen.”

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Eine Antwort zu “Topper Kurzinterview: technischer Berater Kemal Görgülü über die Geschichte des 3D-Films”

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