Biographie Til Topper

Til Topper

(*2. März 1951 in Dülmen/Nordrhein-Westfalen, bürgerlicher Name: Jens Leibs) ist ein deutscher Schauspieler und Sänger.

Leben

Til Topper wuchs als Sohn einer Konditorin und eines britischen Majors auf. Er besuchte die Katholische Grundschule Ludgerusschule in Buldern und war 1959 der erste nordrhein-westfälische Jugendmeister im Judo. Seit 1988 ist er Ehrenmitglied im Vorstand der Dülmener Sportgemeinschaft für Judo e.V. Bei einem Schaukampf auf dem Recklingausener Marktplatz wurde er 1960 von einem Fotografen als Katalogmodell für Kindermode entdeckt. 1961 war Topper auf der Titelseite des Spindler-Kataloges abgebildet (grüne Filzhose, Gürtel mit Kuhflecken-Muster, Oberkörper frei). Von 1969–1974 spielte er in den Sexual-Aufklärungsfilmen aus der Reihe „Nachtaktiv“ den Bernd Brotschneider. Beim Dreh zu „Nachtaktiv: Duett im Wasserbett“ (1970) lernte Topper seine erste Ehefrau Gabriele Spock kennen. Das Paar heiratete 1971. Die Ehe brachte zwei Kinder (Timo Leibs und Tina Leibs) hervor und wurde 1974 wieder geschieden. Kurz nach Beginn der Topper Actionfilmreihe 1976 legte Topper den alten Namen Leibs ab und trägt fortan den Rollennamen „Til Topper“ auch im bürgerlichen Leben. Die Parole „Topper gibt nicht auf!“, mit der Topper in jedem seiner Filme den Sieg gegen das Böse einläutet, wurde zu seinem Markenzeichen. In Dülmen ziert der Spruch die Eingangspforte des Rathauses. Von 1979 bis 1998 war Topper mit Sandra Melling, Tochter des Archäologen Erich Melling, verheiratet. Die Ehe blieb kinderlos und durchlief viele Tiefpunkte, die von der Boulevardpresse akribisch dokumentiert wurden. In den Neunzigern war Topper hauptsächlich als Produzent deutscher Kickbox-Filme für den asiatischen Markt tätig. Während Topper von 1996–1998 wegen Immobilienbetrugs im Gefängnis saß, reichte Melling die Scheidung ein. 1999 hatte Topper mit „Topper bängt“ einen Top40-Hit, den er mit der NDW-Combo Megastramm aufnahm. Seitdem lebt Topper allein in Berlin-Staaken und arbeitet nach eigenen Angaben an seiner Autobiografie. Toppers letztes öffentliches Interview datiert auf den 2. März 2001, als er im Rahmen der Feierlichkeiten zu seinem 50. Geburtstag seine Ex-Frau Melling als bisexuell outete. Im November 2009 stand er für einen Studentenfilm zum ersten Mal wieder vor der Kamera. Um dem neu aufbrandenden Interesse an seiner Person zuvorzukommen, twittert er seit Januar 2010 aus seinem Privatleben (tiltopper).

Karriere als Schauspieler

1969 wurde Topper von Ecki Katzer für die Nachtaktiv-Reihe entdeckt. Seine Rolle des Bernd Brotschneider wurde im Verlauf der Serie von einer Nebenrolle zur Hauptrolle ausgebaut. Im Gegensatz zu anderen Prominenten hat Topper später einen offenen Umgang mit seiner Nachtaktiv-Vergangenheit gepflegt.

Mit „Operation Kobra“ gelang Topper 1976 auf Anhieb der Sprung in die internationalen Kino-Charts. Als erster deutscher Film wurde „Operation Kobra“ in 61 Sprachen übersetzt und steht in vielen Ländern der ehemaligen Sowjetunion bis heute in den Top Ten der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. In „Operation Kobra“ taucht auch zum ersten Mal Toppers später zum Kult gewordener Slogan auf. Als Topper in den Züricher Katakomben von einer Armada Kobras und den Schergen des Scheichs umzingelt ist, ruft er laut „Topper gibt nicht auf!“, bevor er (nach Einnahme eines Gegengifts) die Kobras zu einer Peitsche zusammenknotet und die Schergen damit in die Flucht treibt. Aufgrund der vermeintlichen Unglaubwürdigkeit der Handlung wurde der Film von den Kritikern zunächst verrissen. Hajo Petras, damaliger Chefredakteur des „Magazin Kino“, hat seine Kritik später als „größte Fehleinschätzung seines Lebens“ bezeichnet und ist heute bekennender Topper-Fan.

Die Nachfolgefilme von „Operation Kobra“ (1976) orientierten sich am Erfolgsrezept des Vorgängers und ließen den Protagonisten Topper in scheinbar ausweglosen Situationen stets mit einer überraschenden Lösung auftrumpfen. Einer telli-Umfrage aus dem Jahr 1980 zufolge begeisterte Toppers Einfallsreichtum nicht nur Männer – im Gegenteil: 62% der Kinobesucher waren Frauen, davon 30% über 45 Jahre alt. In den Achtzigern sprach man von zwei Topper-„Fanblöcken“: den Topper-Teens, die im Topper-Outfit im Klassenzimmer saßen und den Topper-Mums, die sich wünschten, ihr Ehemänner würden auch mal auf solche Ideen kommen, wie z.B. Kobras zu einer Peitsche zusammenzuknoten.

Im Jahr 1980 nahm das Interesse an Topper plötzlich rapide ab und wurde von einem anderen Kuriosum abgelöst: Erno Rubik stellte seinen „Zauberwürfel“ vor und löste damit in Deutschand eine wahre „Würfelitis“ aus. Statt ins Kino zu gehen, saßen die Menschen daheim vor ihren Rubik-Würfeln. Zwar ebbte das Würfelfieber bereits 1982 ab, doch es war zu spät, um Toppers Abstieg umzukehren; der Produzent der Topper-Filme, Will Goldschmidt, warf das Handtuch. Das ZDF produzierte schließlich noch drei Topper-Fernsehfilme für das Abendprogramm. Topper gelang mit „Topper gibt Gas“ (1985) – mit den Rotbusch-Zwillingen und Sänger Ronny („Ich fahr Auto“) – noch einmal ein Quotenerfolg, doch es sollte sein letzter Film sein. Bereits kurz nach dem Dreh hatte sich Topper von dem Werk distanziert und es im engen Kreis als „Schluffirotz“ bezeichnet.

1989 wollte Topper zusammen mit zwei Ex-Kollegen eine Neuauflage der Nachtaktiv-Serie starten, wurde jedoch von der Deutschen Wiedervereinigung überrascht. Danach zogen seine beiden Mitstreiter es vor, ins Immobiliengeschäft einzusteigen.

Kino

1976: Operation Kobra

1977: Im Dschungel ist die Hölle los

1978: Flucht aus Alcatraz

1979: Wüste der 1000 Gefahren

1980: Mission in Afrika

1981: Allein unter Haien

1982: Falsches Spiel in Shanghai

Fernsehen

1969: Nachtaktiv: Von Schwestern und Doktoren

1970: Nachtaktiv II: Duett im Wasserbett

1971: Nachtaktiv III: Aber Herr Oberförster!

1972: Nachtaktiv IV: Mit dem Adel im Heuhaufen

1973: Nachtaktiv V: Splitterfasernackt kompakt

1974: Nachtaktiv VI: Frühstück am Titisee

1983: Heiße Nächte, Kalter Krieg

1984: Alarm in Rio

1985: Topper gibt Gas

Diskographie

1999: Topper bängt (EP)

Auszeichnungen

1959: nordrhein-westfälischer Jugendmeister im Judo

1976: Silberner Bussard von Wien als Bester Hauptdarsteller in „Operation Kobra“

1977: „Mann des Jahres“ (Filmmagazin)

1978: Preisträger der Goldenen Anstecknadel (Deutsche Leinwandgilde)

1979: Preisträger der Goldenen Anstecknadel (Deutsche Leinwandgilde)

1980: Preisträger der Goldenen Anstecknadel (Deutsche Leinwandgilde)

1980: Toni als Bester Hauptdarsteller in „Flucht aus Alcatraz“

1991: Erhalt des Goldenen Ehrengürtels des deutschen Judo-Verbandes

2000: Platin-Toni für das Lebenswerk